Der Traum vom eigenen Fohlen – Eignung der Stute zur Zucht [Teil 2]

Traum vom eigenen Fohlen - Eignung der Stute zur Zucht

Wir träumen den Traum vom eigenen Fohlen weiter und nachdem nun die optimalen Voraussetzungen soweit geschaffen sind dreht nun alles um die eigene Stute. Denn leider ist nicht jede Stute auch gleich eine gute Zuchtstute und damit in der Lage gesunde und rittige Nachkommen in die Welt zu setzen.

Gesundheits-Check der Stute

Bevor also der Gedanke vom eigenen Fohlen weitergedacht werden kann, sollte die Stute einem Gesundheits-Check unterzogen werden. Dabei ist nicht nur die allgemeine Gesundheit – Gewicht, akute Infekte, regelmäßige Impfungen – wichtig, sondern auch ob sie Träger von möglichen Erbkrankheiten ist. Dies sollte vorab durch den Tierarzt beziehungsweise ein Labor überprüft werden.

Oft kommt ja der Gedanke des eigenen Fohlens auf, wenn die Stute plötzlich nicht mehr reitbar ist. Verletzungen schließen eine Stute nicht grundsätzlich aus, allerdings sollte man auch hier noch einmal Rücksprache mit dem Tierarzt halten, ob die Stute trotz ihrer Verletzung die Belastung der Trächtigkeit tragen kann. Außerdem nimmt die Fruchtbarkeit von Stuten schon ab dem 8. Lebensjahr ab. Sofern die Stute vorher noch kein Fohlen hatte, ist die Gefahr größer, dass sie nicht trächtig wird oder den Follikel in einem frühen Stadium resorbiert. Neben einem Hengst mit guter Samenqualität kann auch hier der Tierarzt unterstützend zur Seite stehen.

Beurteilung von Exterieur und Interieur

Nun haben wir im ersten Teil von den Anforderungen an das zukünftige Fohlen gesprochen. Diese sind natürlich auch abhängig von der Mutterstute. Deshalb ist es wichtig, seine Stute ganz objektiv beurteilen zu lassen. Das kann entweder vom Zuchtverband sein, von einem erfahrenen Züchter oder auch Hengststationen stehen hier gerne beratend zur Verfügung. Denn nur wenn man die Schwächen seiner Stute kennt, kann man diese mit einer guten Verpaarung versuchen auszugleichen. Hat die Stute vielleicht einen übermäßig langen Rücken? Ist sie sehr klein oder sehr groß? Könnte der Galopp noch etwas raumgreifender sein oder am Sprung gibt es noch Verbesserungspotential?

Aber nicht nur das Exterieur der Stute spielt eine wichtige Rolle – sondern auch das Interieur. Es ist leider ein weit verbreitetes Gerücht, dass eine wilde Stute bestimmt mit einem Fohlen ruhiger wird. Sicherlich mag es solche Fälle geben, aber an dieser Stelle muss man sich bewusst die Frage stellen, ob man das Risiko für ein weiteres wildes Jungpferd eingehen möchte? Dabei möchte ich das Temperament gar nicht schlecht reden – ich liebe Pferde die sich ein bisschen zwischen Genie und Wahnsinn befinden. Es geht viel mehr um gefährliche Unarten und Verhaltensweisen, wie Steigen oder kopfloses Verhalten.

Traum vom eigenen Fohlen - Eignung der Stute zur Zucht

Die Stutbuchaufnahme

Durch die Stutbuchaufnahme bekommt das Fohlen später seinen Abstammungsnachweis und ist dadurch natürlich etwas “mehr wert”, als Pferde ohne Abstammungsnachweis.

Ist die Stute bisher noch nicht in der Zucht aktiv gewesen, muss sie noch ins Stutbuch des jeweilig zuständigen Zuchtverbandes aufgenommen werden. Beziehungsweise bekommt nur so das Fohlen später seinen Abstammungsnachweis und ist etwas “mehr wert”, als Pferde ohne Abstammungsnachweis. Der Aufwand hält sich dadurch in Grenzen, dass die Stutbuchaufnahme auch noch im Jahr des Abfohlens- also mit dem Fohlen bei Fuß – gemacht werden kann. Die Stute wird dabei von einer Richterkommission an der Hand beurteilt, dabei muss sie im Trab auf der Dreicksbahn und später im Schrittring vorgestellt werden.

Stutenschauen und Zuchtstutenprüfungen müssen nicht zwangsläufig absolviert werden, dies ermöglicht der Stute nur in die “besseren” Stutbücher des Verbandes eingetragen zu werden und bestimmte Titel zu bekommen. Eine tolle Übersicht über Stutbuchaufnahme, Stutenschau und Zuchtstutenprüfung findet ihr beim Hannoveraner Verband. Ebenso lohnt sich auch mal ein Blick in die FN Züchterfibel.

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