Der Traum vom eigenen Fohlen – Die Fohlengeburt [Teil 5]

Der Traum vom eigenen Fohlen - Die Fohlengeburt

Es ist wohl einer der emotionalsten Momente und ich kann mich glücklich schätzen, so einen Moment einmal miterlebt zu haben – eine Fohlengeburt.

Und gerade die Geburt von dem eigenen Fohlen ist wohl nochmal eine Hausnummer emotionaler. Nach rund 11 Monaten Trächtigkeit ist es endlich so weit. Gerade unerfahrenen “Hobbyzüchtern” möchte ich an dieser Stelle aber nochmal ans Herz legen, sich erfahrene Unterstützung zu suchen. Der Tierarzt sollte um den errechneten Geburtstermin Bereitschaftsdienst haben um vorallem bei möglichen Komplikationen einschreiten zu können.

Anzeichen auf die bevorstehende Fohlengeburt

Eine Fohlengeburt kündigt sich meist schon einige Tage vorher an und kann von aufmerksamen und erfahrenen Pferdebesitzern erkannt werden. Es bilden sich Ödeme am Unterbauch, den Hintergliedmaßen und in der Eutergegend der Stute. Durch das Einsinken der Beckenbänder wirkt die Stute außerdem etwas eingefallen oder spitz. Auch der Schweif steht dadurch leicht ab.

Außerdem bilden sich ein bis sechs Tage vor der Geburt in der Regel Harztropfen am Euter der Stute und der Milchfluss setzt ein. Die Stute kann kurz vor der Geburt außerdem etwas unruhig sein. So beginnen manche Stute vor der Fohlengeburt vermehrt zu schwitzen oder treten gegen ihren Bauch.

Die Fohlengeburt

In der Regel verlaufen 95% der Geburten ohne Komplikationen und ohne menschliche Unterstützung. Wichtig ist vorallem sich während der Geburt ruhig zu verhalten um die Stute nicht zu stören.

Die erste Phase einer Fohlengeburt ist die Eröffnungsphase. Hier treten rund zwei bis drei Stunden vor der Geburt die Eröffnungswehen ein. Dadurch wird das Fohlen gestreckt und in die richtige Position gebracht. Durch das platzen der Fruchtblase wird die zweite Phase – die Austreibungsphase – eingeleitet. Die Stute legt sich nun hin und gebärt durchschnittlich in 10 bis 30 Minuten ihr Fohlen. Dabei kommt das Fohlen bestenfalls in gestreckter Vorderendlage zur Welt. Das heißt, mit den ausgestreckten Vorderbeinen zuerst und dem darauf ruhenden Kopf.

Das Fohlen befindet sich noch in der Eihülle, die von der Stute zerbissen wird und so das Maul und die Nüstern des Fohlens befreit werden. Durch das Lecken der Nüstern wird der Atem des Fohlen angeregt. Die Nabelschnur reißt in der Regel von alleine durch das Aufstehen der Stute.

Die ersten Stunden danach

Ist das Fohlen auf der Welt beleckt die Stute das Neugeborene und stimuliert somit den Kreislauf. Sofern die Stute noch ziemlich geschafft von der Geburt ist, kann hier auch schon der Mensch das Fohlen vorsichtig mit Stroh trockenreiben.

Relativ zügig – meist schon innerhalb der ersten Stunde – steht das Neugeborene schon auf seinen langen wackeligen Beinen. Wichtig ist aber vorallem, dass es nun das lebenswichtige Kolostrum (oder auch als Biestmilch bekannt) trinkt. Denn dieses wird nur innerhalb der ersten Tage von der Stute produziert und die Konzentration von Antikörpern ist nach der Geburt am höchsten. Fohlen saugen etwa 7-10 Mal pro Stunde und trinken am ersten Tag etwa 10% ihres Körpergewichtes.

Aber nicht nur das Fohlen will während den ersten Stunden genau beobachtet werden, sondern auch die Mutterstute. Denn ebenso wichtig ist es, dass diese innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt die Nachgeburt ausscheidet und diese auf Vollständigkeit überprüft wird.

Das Fohlen muss außerdem bis spätestens sechs Stunden nach der Geburt das sogenannte Darmpech absetzen. Außerdem wird in dieser Zeit auch das erste Mal Harn abgesetzt. Ein gutes Zeichen sind natürlich ein reges Interesse des Fohlens an seiner Umwelt und ein guter Bewegungsdrang.

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