Der Traum vom eigenen Fohlen – Der passende Deckhengst [Teil 3]

Traum vom eigenen Fohlen - Der passende Deckhengst

Nachdem man die eigene Stute nun gründlich beurteilt hat und sich Gedanken über die Eigenschaften des zukünftigen Fohlens gemacht hat, geht es an die Hengstauswahl. Viele Hengstschauen gibt es im Jahr und man fragt sich als Laie, warum da so eine Wissenschaft daraus gemacht wird. Für meinen zukünftigen Freizeitpartner reicht doch auch der brave Hengst aus dem Nachbarstall. Aber halt – denn egal ob zukünftiges Freizeit- oder Sportpferd – man will natürlich ein gesundes Pferd züchten, dass frei von Erbkrankheiten, körperlichen und Charakterfehlern ist.

Die Eigenschaften des Deckhengstes

Der ausgewählte Deckhengst sollte bestmöglich die Schwächen der Stute ausgleichen. Ist die Stute vielleicht besonders klein, sollte man sie mit keinen kleinen Hengst anpaaren. Jetzt mag man vielleicht denken, dass man doch einfach die Stute mit dem genauen Gegenteil anpaart. Also beispielsweise eine kleine, leichte Stute mit einem großen, schweren Hengst. Das Problem bei so einer extremen Verpaarung ist allerdings, dass das Endprodukt nun gar nicht vorhersehbar ist. Gerade in die Zucht über mehrere Generationen wäre so überhaupt nicht mehr wirklich kontrollierbar.

Die Eigenschaften des Hengstes sollten also die der Stute bestmöglich ergänzen. Durch diese Selektion können aktuelle Schwächen in den nächsten Generationen regelrecht ausgemerzt werden. Das klingt zwar im ersten Moment hart, aber nur dieses gezielte Selektieren bringt die Zucht voran. Und das bedeutet ja nun auch nicht, dass man mit der perfekten Anpaarung von Stute und Hengst immer den nächsten Olympia-Kandidaten zur Welt bringt. Es spielen ja so viele Faktoren eine Rolle, dass es eben nie genau vorherzusehen ist, was am Ende dabei rauskommt. So kann aus einer Top-Verpaarung auch ein klassischen Amateur-Pferd geboren werden.

Die Auswahl des passenden Hengstes

Um den passenden Hengst aus den hundert möglichen Hengsten auswählen zu können, sollte man sich auch mit der Nachzucht des Hengstes sowie ähnlichen Anpaarungen und Nachkommen ähnlicher Blutlinien der eigenen Stute anschauen. So kann man noch besser einschätzen, wie sich die verschiedenen Linien vererben.

Ist das Fohlen für den Verkauf bestimmt, bietet sich ein bekannter Hengst. Das steigert oft das Interesse der Käufer mehr, als wenn das Fohlen von einem Junghengst stammt, der noch nicht viele Nachkommen vorzuweisen hat. Auch wenn die Stute noch keine Fohlen bieten sich bereits häufig eingesetzte Deckhengste als möglicher Vater des zukünftigen Fohlens an. Das hat den Grund, dass man hier eben viel besser einschätzen kann, wie sich der Hengst vererbt. Hier kann beispielsweise die FN Zuchtwertschätzung zur Hand gezogen werden, in dem die Hengste nach einem Modell für ihre erblich bedingte Leistungsfähigkeit klassifiziert werden.

Hat meine seine Favoriten herausgefiltert geht es ans live anschauen. Ob auf dem nächsten Turnier, einer Hengstschau oder direkt auf der Hengststation in der täglichen Arbeit. Eine gewisse Sympathie muss ja auch zum Hengst vorhanden sein und außerdem stehen die Mitarbeiter der Hengststation mit langjähriger Zuchterfahrung auch gerne beratend zur Seite.

Allerdings darf auch nie außer acht gelassen werden, dass auch die Stute eine große Rolle bei der Vererbung spielt. Eine Faustregel besagt, dass sich die Gene des zukünftigen Fohlens aus rund 70% der Stute und nur 30% des Hengstes zusammensetzen.

Traum vom eigenen Fohlen - Der passende Deckhengst

Art der Besamung

Wichtig ist natürlich auch, dass der ausgewählte Hengst für das Zuchtbuch der Stute zugelassen ist. Dann stellt sich noch die Frage der Art der Besamung.

Nur noch selten angeboten wird der Natursprung, der allerdings die besten Chancen auf eine Trächtigkeit erzielt. Gerade für ältere Stuten oder Stuten die schlecht aufnehmen ist dies eine gute Möglichkeit. Allerdings ist hier das Verletzungsrisiko – vorallem für den Hengst – ziemlich hoch. Auch die Entfernung zwischen Hengststation und Stute macht es manchmal nicht möglich.

Alternativ dazu gibt es noch die künstliche Besamung mit Frisch-, Kühl- oder Gefriersperma. Der entsprechende Hengst wird dann auf der Hengststation zum richtigen Zeitpunkt abgesamt und der Samen per Expressversand verschickt. Die Stute kann dann bequem vom Tierarzt zuhause besamt werden. Allerdings muss bei der künstlichen Besamung das Timing stimmen. Verpasst man den Eisprung der Stute, muss man bis zur nächsten Rosse oder vielleicht sogar bis zum nächsten Jahr warten.

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